„Einfach Tageslicht“ – nachhaltig innovativ
“Wir setzen Fenster in Gebäude, damit die Leute den Himmel sehen können!”
Tageslicht als menschliche Erfahrung
Am 21. Mai stand alles unter dem Motto “Tageslicht” und welche Bedeutung deises für uns Menschen, für unsere Gesundheit und damit auch für die Architektur hat. Über 80 besucherinnen waren der Einladung von architektur in progress und VELUX gefolgt und ins schöne Büro von Smartvoll Architektrn in die Kirchengasse 23 in Wien gekommen.
Mit Spannung wurde bereits der Vortrag von Jakob Strømann-Andersen, dem Director for innovation and sustainability bei Henning Larsen aus Kopenhagen erwartet. Zuvor präsentierte Christina Brunner kurz und knackig wie schnell und effizient man als Planer:in mit dem Velux Daylight Visualizer die Tageslichtkonditionen für die Entwürfe optimieren kann. Danach stellte Renate Hammer vom IBRI die Tageslichttabellen vor, die die Lichttechnische Gesellschaft Österreich als Planungshilfe zur EN 17037 als schnelle Unterstützung für den ersten Check gerade herazsgebracht hat und die ebefalls für Architekt:innen frei zugänglich ist.
Sehr erfrischend war der dänische Ansatz zu dem Thema. Jakob Strømann-Andersen meint dazu als kleine Provikation: “Vielleicht haben wir angefangen, das Tageslicht zu oft zu messen – und es zu wenig zu spüren. Das Tagesgespräch ist zu sehr auf Zahlen fokussiert. Die EN 17037 hat wichtige Arbeit geleistet, indem sie das Tageslicht höher auf die Agenda gesetzt hat. Aber vielleicht muss die Branche jetzt die Tageslichtqualität wieder in die Diskussion bringen? Weil wir keine Fenster in Gebäude einbauen, nur um ein Lux-Ziel zu erreichen. Nicht nur, um Energie zu sparen. Nicht nur, um die Produktivität vor dem Bildschirm zu steigern. Nicht nur, um eine Berechnung grün zu machen. Wir setzen Fenster in Gebäude, damit die Leute den Himmel sehen können.
So kann das Morgenlicht in einen Raum eindringen. Deshalb können Schatten über eine Wand wandern. So kann ein Kind der Sonne auf dem Boden folgen. So können wir Wetter, Jahreszeiten und Zeit wahrnehmen. Ein Zuhause sollte sich nicht wie ein gleichmäßig beleuchtetes Büro anfühlen.Ja, wir brauchen Helligkeit! Aber wir brauchen auch dünklere Ecken, Kontrast, Weichheit und Abwechslung. Wir können eine Zeitung bei etwa 50 Lux lesen. Vielleicht sind 300 Lux überall nicht immer die Lösung, besonders in Haushalten.Tageslicht ist nicht nur eine technische Voraussetzung. Es ist ein Material, eine Stimmung und eine menschliche Erfahrung.”
Jakob Strømann-Andersen gab dazu noch spannende Einblicke in die Arbeiten von Henning Larsen und zeigte anhand realisierter Projekte wie Tageslicht beispielsweise bei der World of Volvo World in Göteborg oder in der Frederiksbjerg School als wesentlicher Entwurfsfaktor eingesetzt wurde. Er adressierte in seinem Vortrag aber auch die Verantwortung von Architekt:innen und Planer:innen aktiv die Bauwende voran zu treiben und sich dafür nicht nur in ihrem beruflichen Schaffen sondern auch politisch stark zu machen. In Dänemark werden die CO2-Equivalente als wesentlicher Teil der Baugenehmigung jährlich gesenkt um die Klimaziele zu erreichen. Das Bauen innerhalb der planetaren Grenzen wird von Architektenschaft und Bauindustrie gleichermaßen voran getrieben, dem Motte des Vortrgs folgend “Following your passion: how to build responsibly”. Und den Austausch zwischen Dänemark und Österreich sieht Jakob als vielversprechend. Gemeinsam kommt man schneller voran.
Unser Dank geht an Christina Brunner und Heinz Hackl von VELUX, sowie das Team von Smartvoll für die coole Location. Am Folgetag konnten wir noch spannende Video-Interviews mit Jakob und Smartvoll aufzeichnen, die wir über den Sommer veröffentlichen werden. Und wer Lust auf Tageslicht bekommen hat, kann noch am 16.6. mit VELUX das Tageslichtlabor auf der Uni Krems besuchen - siehe nachstehend
Do, 21. Mai 2026, 19h
„Einfach Tageslicht“ – nachhaltig innovativ“
Jakob Strømann Andersen
bei Smartvoll,Kirchengasse 23, 1070 Wien

